Wie schnell sich Freiheit auflöst, wenn eine herbeigeredete Bedrohung praktisch widerstandslos zur Aufhebung der Persönlichkeitsrechte führt, wurde bereits vor 87 Jahren in mörderischer Genauigkeit vorgeführt. Daher lohnt es sich allemal, die fragile Freiheit nicht bloß der Nation, sondern auch jedes einzelnen Menschen innerhalb der Staatsgrenzen zu stärken. Als Fotografen haben wir das Anschlussdenkmal im Burgenland in Szene gesetzt, um eine Anregung zu geben, den Begriff der nationalen und der persönlichen Freiheit zu reflektieren. 

Klient
fuerstentum.net
Aufgabe
360° Fotografie
Produktionsjahr
2020 - 10
Auftragsart
Virtueller Rundgang
Die Aufgabe

Vor 65 Jahren erlangte Österreich wieder seine Selbstständigkeit und was liegt näher, als zu diesem Anlass ein Denkmal zu präsentieren, das vor 81 Jahren der Unselbstständigkeit Österreichs gewidmet worden war: Das Anschlussdenkmal in Oberschützen

Die Umsetzung

Um sich der Idee, seiner Unfreiheit ein Denkmal zu setzen, aus heutiger Sicht überhaupt annähern zu können, braucht es doch einiges. Daher gefiel mir die Metapher mit dem Denkmal hinter dem Horizont des schon recht braunen Kukuruz und der Annäherung um drei Ecken, bis vor der hohlen Reichsarchitektur der Schrecken jener Tage selbst bei hellem Sonnenschein in der Vision von Fackelaufmärschen unter Trommelklang wieder auflebt. 

Das Ergebnis

Der Grund für dieses Bauwerk war sechs Jahre und zig Millionen Tote später wieder unsichtbar, doch ist er – wie uns die jüngste Geschichte zeigt – noch lange nicht verschwunden. Die Swastika im Inneren wurde zwar entfernt, der Sockel aber steht noch. Da lohnt es sich den Stein zu lesen, den die Gemeinde Oberschützen im Jahr 1997 anbringen ließ.